Pia Heckes

Spaziergang durch die Muffendorfer Geschichte

VON DER ALTSTEINZEIT INS 21. JAHRHUNDERT

Einleitung Vorgeschichte Antike Mittelalter Neuzeit Literatur

Muffendorf im Mittelalter

Manches lässt sich aufgrund der quellenmässigen Überlieferung nur schlaglichtartig darstellen. Dennoch ist es möglich, die größeren historischen Bezüge herzustellen, und die Muffendorfer Geschichte in die Geschichte des Rheinlands einzubetten. Am 13. Juni des Jahres 888 besiegelte König Arnulf von Kärnten (ab 896 dt. Kaiser) eine Abschrift einer älteren Urkunde Kaiser Lothars II.(geb. um 835, gest. 8.8.869, - heute gilt diese ältere Urkunde, die zwischen 855 und 869 ausgestellt wurde, als verloren, MGH = Monumenta Germaniae Historica, DD Arn Nr. 31, S. 45), die bestätigte, dass die „Aachener Nona“ (der neunte Teil aller Einkünfte, eine Grundsteuer) von Muffendorf, wie auch von 42 weiteren Gemeinden, an das Aachener Marienstift zu leisten sei.

“Die Vergabe von Nonen in Aachen durch Lothar II. ist vor dem 13. Jahrhundert die einzige frühe Schenkung von Reichsgut an das Marienstift, für die zugleich auch eine Beurkundung gesichert ist“ (Nolden, S. 50). Damit steht fest, dass die Muffendorfer Schenkung aus älterem Reichsgut bestand, also aus kaiserlichem Besitz. Das Aachener Marienstift war seit seiner Gründung durch Karl den Großen eng mit dem karolingischen Herrscherhaus verbunden und ist daher besonders reich ausgestattet worden. Die karolingische Verwaltung hatte also Muffendorf bereits spätestens zu Lebzeiten Lothars II. erfasst. Ein karolingisches Königsgut kann man nach Nolden als sicher für Muffendorf annehmen.

Der „Neunte“ wurde bis zum Dreissigjährigen Krieg von Muffendorf auch gezahlt (NRKB, S. 129), wenn auch in veränderter Form, denn die ursprüngliche None wurde gegen eine feste Zahlung abgelöst. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts wurden die Erträge aus Muffendorf und Vlatten fixiert. Muffendorf und Vlatten zahlten jeweils vor 1191: 2 Kölnische Mark, 2 Pfund Pfeffer, 2 Handschuhe im Wert von 4 Denaren, 2 Nachtschuhe. Nach 1191: 8 Mark, 1546: 30 Goldgulden, Anfang des 17. Jahrhunderts: 30 Goldgulden (Nolden, S. 262).

Alt-St. Martin von Südosten (um 1900)
Abb. 6: Alt-St. Martin von Südosten (um 1900)

Wenn man davon ausgeht, dass die ursprüngliche Urkunde etwa um das Jahr 860 ausgestellt wurde, dann sind rund 800 Jahre lang kontinuierlich Erträge an das Marienstift geflossen.

In der neueren Literatur wird vermutet, dass die alte Muffendorfer St. Martinskirche, die 913 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, aufgrund der fränkischen Grabfunde aber deutlich älter ist, eine Fiskalkirche gewesen sei. Was immerhin auf einigen wirtschaftlichen Wohlstand in Muffendorf schließen ließe, denn die Fiskalkirchen konnten durch ihre Zehnteinkünfte ein Königsgut unterhalten. Ein ebenso einleuchtendes wie überzeugendes Argument führte Horst Heidermann für eine sehr frühe Entstehung der Kirche an: in dem kleinen Dorf wären keinerlei finanzielle Mittel vorhanden gewesen, um einen solchen Kirchenbau realisieren zu können. Also muss eine Institution hinter dieser Kirchengründung gestanden haben, die auch die Finanzierung leisten konnte. Für die Reisewege der mittelalterlichen Könige mitsamt ihres bedeutenden Hofstaates hätten die Stationen von der wichtigen Pfalz Sinzig aus durchaus heißen können: Muffendorf, Flamersheim, Vlatten, Düren, Eschweiler, Aachen. Und Muffendorf wäre ebenso eine komfortable Etappe von Sinzig nach Bonn zum nächsten karolingischen Königshof gewesen, hätte also doppelte Funktion haben können. So wäre es durchaus möglich, dass sich in dem von der Natur so verwöhnten Muffendorf bereits ein karolingischer Königshof befunden haben mag, wovon die ältere Literatur ausgeht. Dafür spricht auch, dass die Nonenrechte diejenigen Einkünfte waren, die „dem Stift am leichtesten entfremdet werden konnten“ (Nolden, S. 349). Wenn also das Marienstift über 800 Jahre die Einkünfte aus Muffendorf bezog, so muss die Kontinuität einen Grund gehabt haben, es müssen Strukturen bestanden haben, die verhinderten, dass hier Entfremdung stattfand. Welche Strukturen hätten dies sein können?

Das alte Pastorat in der Martinstraße, 1721 (Zustand 2001)
Abb. 7: Das alte Pastorat in der Martinstraße, 1721 (Zustand 2001)

Zum einen kann das Königsgut über lange Zeit erhalten und bewirtschaftet geblieben sein. Wenn es in einem baulichen Zusammenhang mit der Alten St. Martinskirche stand, so wie Strack dies vermutet, muss es sich etwa da befunden haben, wo 1721 das alte Pastorat neu aufgebaut wurde. Und wenn bis zum Beginn des Dreissigjährigen Krieges gezahlt worden ist, so kann mit den Unruhen des 17. Jahrhunderts der Niedergang der Landwirtschaft und damit auch das Verschwinden der Nonenzahlung bzw. der Ablösung begründet sein. Bei der Zerstörung Bonns im Jahre 1689 sind die umliegenden Dörfer ebenso in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie bereits mehrfach erwähnt, gibt es kaum bauliche Zeugen aus der Zeit davor in Muffendorf. Das spricht für eine Zerstörung des Dorfes in den Kriegswirren.

Zum anderen ist auf die (untergegangene) Burg hinzuweisen, die ebenso eine strukturelle Größe mit herrschaftlichem Anspruch darstellte. Der Hof des Cassiusstiftes, das ebenfalls seit dem Mittelalter in Muffendorf begütert war, die Kommende und später der Siegburger Hof waren ebenfalls stabilisierende Faktoren der kirchlichen Grundherrschaft.

Der romanische Taufstein aus Alt-St. Martin, ehemals im Park der Kommende, befindet sich heute wieder in der alten Kirche (um 1220)
Abb. 8: Der romanische Taufstein aus Alt-St. Martin, ehemals im Park der Kommende, befindet sich heute wieder in der alten Kirche (um 1220)

Die Tatsache, dass es einen Abzweig von der karolingischen Heerstraße, die Aachen mit Frankfurt (eine Teilstrecke des wichtigsten damaligen Handelsweges Brügge – Venedig) verband, von Eckendorf nach Muffendorf gab, lässt darauf schließen, dass Muffendorf bereits in karolingischer Zeit eine gewisse Bedeutung gehabt haben muss. Wie sonst auch wäre es möglich gewesen, die Erträge der „Aachener Nona“, des Grundsteuer-Neunten, der von allen Erträgen der pflichtigen Güter zu leisten war, sicher nach Aachen zu transportieren, wenn es keine geeignete Straßenverbindung gegeben hätte, auf der man mit beladenen Wagen oder Lasttieren auf möglichst kurzem Wege das Marienstift in Aachen hätte erreichen können? Der Verkehr zwischen Aachen und Muffendorf musste also sichergestellt sein, weil es einen dem Jahres- und Ernterythmus angepassten Austausch zwischen Aachen und Muffendorf gegeben haben muss, denn Abgaben in Form von Geldleistungen erscheinen erst etwa zum Ende des 12. und zu Beginn des 13. Jhdts. Bis dahin herrschte die Naturalabgabe.

Bereits im Frankfurter Kapitular von 794 ließ Karl der Große festlegen: „Die Gebäude und Dächer der Kirchen sollen jene ausbessern und instand halten, die von dort Lehen haben...“ (794 - Karl der Große in Frankfurt am Main: ein König bei der Arbeit, Kat. Frankfurt 1994, S. 21). Auch in Notker Balbulus’ Werk über die Taten Karls des Großen findet man einen konkreten Hinweis auf Karls besonderes Augenmerk für den Bau und die Pflege von Straßen: „In jenen Zeiten pflegte man es so zu halten: wo nach kaiserlichem Gebot ein Werk zu unternehmen war, Brücken oder Schiffe zu bauen oder Fähren oder schlammige Wege zu reinigen, zu pflastern oder auszufüllen, dergleichen besorgten die Grafen durch ihre Stellvertreter und Beamten, wenn die Sache nicht von Bedeutung war; den wichtigeren Arbeiten aber und besonders wo etwas neu zu bauen war, durfte sich kein Herzog oder Graf, kein Bischof noch Abt auf irgendeine Weise entziehen“ (Notker, Buch I, 30). Dass Notker gerade dies innerhalb seiner sonst recht phantastisch anmutenden Schilderungen der Taten Karls hervorhebt, macht deutlich, als welch großartige und wichtige Leistung der Straßenbau unter Karl dem Großen verstanden wurde.

Handfeste militärische und wirtschaftliche Interessen waren der Grund für den Straßenbau, angefangen bei den Römern, die ihre Provinzen schnellstmöglich erreichen wollten, bis hin zu Karl dem Großen, der seine Einnahmen und Pfründe sicher nach Aachen zu bringen trachtete. Im Vorfeld der Sachsenkriege ließ Karl der Große zunächst die Straßen wieder herstellen, um dann mit dem Heer schnellstmöglich vorangehen zu können (Metzer und Lorscher Annalen, s.: Lindgren 1996, S. 28).

Von Eckendorf, das bereits im Jahr 770 im Codex Laureshamensis (11. Dezember 770, Schenkung des Wigbert) namentlich erwähnt wurde, verlief eine 973 genannte „via publica“, eine öffentliche Straße, am Rande des Kottenforstes entlang zum Königshof Muffendorf und weiter zum Rhein. Die entsprechende Textstelle in der Urkunde Ottos II. zu den Jagdrechten der Kölner Bischöfe lautet: „Similiter sicut via publica de Ekkentorp ad Moffentorp et sic usque ad Renum fluvium vadit, Cotenforast et omnes bestias in eo ac bannum super eas...“.(MGH, S. 60, 15, Otto II. Aachen, 25.7. 973). Die Aachen-Frankfurter Heerstrasse war eine Verbindung, die bereits der Vater Karls des Großen, Pippin der Jüngere (714 – 768), der im Jahre 753 einen Aufenthalt im „castrum“ Bonn genommen hatte (Levison, S. 217), häufig genutzt hat. Dieser Heerweg war die schnellste Verbindung zwischen der Pfalz zu Sinzig am Rhein und der Pfalz in Aachen (96 km). „Die unmittelbar an der Straße gelegenen Pfalzen sind alle zwischen 762 und 774 entstanden. Sinzig wird erstmals 762 palatium, Aachen 769 palatium publicum und Düren 774 palacium ragium genannt. Das kann kein Zufall sein und ist sicher im Zusammenhang mit dem Bau des (Strassen–)Abschnittes Sinzig — Düren zu sehen. Hinzu kommt, dass Düren zwischen 748 und 779 mehrfach Tagungsort für Gerichts-, Kirchen- und Reichsversammlungen gewesen ist, was ohne eine gute Verkehrsanbindung des Ortes kaum möglich gewesen wäre“ (Klaus Flink, Kreis Ahrweiler, weitere Literatur zur AFH: Nottebrock, Johannes: Die Aachen-Frankfurter Heerstraße In ihrem Verlauf von Aachen bis Sinzig. In-: Bonner Jahrbücher 131, 1927, S. 245—284). Die Selbstverständlichkeit, mit welcher Otto II. von der „via publica“, der öffentlichen Straße von Eckendorf nach Muffendorf spricht, lässt darauf schließen, dass diese Strasse zu seiner Zeit allgemein bekannt und genutzt war. Sie muss also schon längere Zeit in Benutzung gewesen sein. Der unermüdlich Sammler und Dokumentar der deutschen Adelssitze, Duncker (s.u.), spricht noch im frühen 19. Jahrhundert in Zusammenhang mit seiner Darstellung der Kommende Muffendorf mit Selbstverständlichkeit von der „Alten Heerstraße von Eckendorf nach Muffendorf“. In diesem Zusammenhang sei ebenfalls erwähnt, dass Pippin der Mittlere, der Urgroßvater Karls des Großen, und seine Frau Plektrudis um 680 Köln zum Herrschaftszentrum erwählt hatten. Im Zusammenhang damit dürfte auch der Beginn des nachantiken Ausbaus der Verkehrswege im Kölner Umland gestanden haben.

Unsere Straße von Eckendorf nach Muffendorf gehört also wahrscheinlich schon zum karolingischen Straßennetz, das in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts angelegt wurde. Aufgrund dessen wäre ein Königshof in Muffendorf, der sich auf den baulichen Resten einer römischen Villa befunden haben könnte, in direkter Nähe zu einer römischen Weihestätte (Diana-Stein), gut begründbar. In der Literatur (Passmann) findet man Hinweise darauf, dass sich im Volksmund die Bezeichnung „Heidentempel“ für den Standort, auf dem sich die Alte St. Martinskirche befindet, tradiert hat. Herbert Strack hat auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die ältesten Teile (Turm) der alten St. Martinskirche baulich noch zum ehemaligen karolingischen Königsgut gehört haben können (Strack, Alt-St. Martin, 1988). Bereits die Merowinger hatten um 690 Überreste römischer Tempelbauten für ihre Kirchengründungen genutzt. Prominentestes Beispiel dafür ist St. Maria im Kapitol, das auf den baulichen Resten eines Tempels, der den Kapitolinischen Gottheiten Jupiter, Juno und Minerva geweiht war, erbaut wurde. So wäre es auch für Alt-St. Martin denkbar, dass die Kirche auf die Zeit der Merowinger zurückgeht, wie dies auch die Funde fränkischer Gräber nahe legen.

Die Entfernung von Muffendorf nach Sinzig am Rhein entlang beträgt etwa 18 km. Also eine Distanz, die ein größerer Tross an einem Tag, von Königsgut zu Königsgut, hätte zu Fuß oder zu Pferd oder im Wagen zurücklegen können. Von Muffendorf führte ein Weg direkt zur alten römischen Heerstraße, die von Koblenz nach Bonn verlief, etwa auf der Höhe Rüngsdorfs, das bereits 804, also zu Lebzeiten Karls des Großen, urkundlich erwähnt wurde. Von dort wäre eine recht bequeme Reise in Richtung Norden oder Süden (Sinzig) über die alte Römerstraße möglich gewesen. So lag Muffendorf für mittelalterliche Verhältnisse verkehrsgünstig.

Dies barg auch Gefahren: 881/2 und 892 zogen die Normannen durch das Rheinland und verwüsteten es. Lannesdorf wird in diesem Zusammenhang erstmals urkundlich erwähnt (Wiedemann, S. 141). Muffendorf wird aber wohl ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden sein, wenn dies auch nicht ausdrücklich erwähnt ist. Da die Normannen von Süden her bedrängt wurden, zogen sie nordwestlich ab in Richtung der Wälder der Eifel, möglicherweise die Straße von Muffendorf nach Eckendorf für ihre Eilmärsche nutzend, und plünderten das Kloster Prüm. Erst im darauf folgenden Winter zogen sich die Normannen nach ihrer schweren Niederlage gegen Kaiser Arnulf von Kärnten an der Dyle im Jahr 891 gänzlich zurück, weil im Herbst 892 in Austrasien eine Hungersnot herrschte.

Das Ostreich der Karolinger, Austrasien mit den Machtzentren Aachen und Köln, ging im 10. Jahrhundert an die Ottonen über. Am 20. Mai 979 (inzwischen war mit der Krönung Ottos I. im Jahr 962 das Heilige Römische Reich entstanden) taucht ein Königsgut in Muffendorf in einer Urkunde Ottos II. auf: Er schenkt darin seine Güter in Muffendorf dem Kloster Memleben („...nostre proprietatis curtem regiam {Moffendorf dicta}m....“ (MGH, S. 280, 30). Für Memleben wird ebenfalls ein Königsgut bzw. sogar eine Kaiserpfalz vermutet. Die Muffendorfer Schenkung gehörte zur reichen Ausstattung des sehr prominenten Klosters, das eine vielfältige Ausstattung erhielt, um das geistliche Gedenken an Otto I und Otto II und dessen Gattin Theophanu, die in St. Pantaleon zu Köln bestattet wurde, zu pflegen. Otto II und Theophanu hatten das Benediktinerkloster Memleben wohl nach 973 gegründet. So steht Muffendorf in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einer der bedeutendsten Frauen des Mittelalters: der Kaiserin Theophanu.

Eine weitere Urkunde aus dem Jahr 1057 erwähnt einen Hof in Muffendorf, - er gehörte zu den Gütern, die Erzbischof Anno II. (ca. 1010 – 1075) der Königin Richeza von Polen (um 995 - 21.3.1063) übertragen hatte. Daraus lässt sich schließen, dass der Muffendorfer Hof zuvor dem Kölner Erzbischof gehört haben kann oder ihm unterstellt wurde. Wie der Hof in den Besitz des Kölner Erzbischofs kam, ist nicht bekannt. In diesem Zusammenhang ist aber interessant, dass Richeza eine Enkelin Ottos II. und der Kaiserin Theophanu war. Also kam Muffendorfer Besitz wiederum in ottonische Hand. Über ihren verstorbenen Vater bestanden auch verwandtschaftliche Beziehungen zu den Karolingern.

Der Muffendorfer Hof verfügte über weit reichende Rechte am Wald- und Wildbestand des Kottenforstes.

Anno II. ist eben jener Erzbischof, der im Jahre 1064 die Benediktinerabtei Siegburg gründete, die dann später ebenfalls zu Muffendorf begütert war. Nach Rizechas Tod im Jahre 1063 ist der Muffendorfer Hof an Anno zurückgefallen, so dass er ihn seiner Stiftung Siegburg überträgt. Nach Wiedemann kommt Muffendorf in allen Stiftungsurkunden vor (S. 74, 75). Alljährlich tagte auf dem Siegburger Hof das Waldgericht, dem wichtige Entscheidungen den Wald und seine Nutzung betreffend, zustanden. Da auch die Entnahme von Bauholz aus dem Wald streng reglementiert und beschränkt war, wuchsen die Dörfer nur langsam, was sich für Muffendorf an der Entwicklung der Bevölkerungszahlen gut ablesen lässt.

Der Verlauf der mittelalterlichen Straße von Eckendorf nach Muffendorf ist auf der Tranchot–von Müfflingkarte von 1803/1820 gut nachzuvollziehen. Von Eckendorf ging es Richtung N zum heute noch vorhandenen Sommersberger Hof (ehemalige, untergegangene Burganlage), weiter nach Arzdorf, von dort Richtung NO über Holzem nördlich am Wachtberg vorbei, Richtung Flemming, weiter Richtung NO Richtung Liessem. Etwa auf der halben Strecke nach Liessem verlief die Straße dann nach Norden biegend über die Hochfläche des Heiderhofes bis zur Spitzkehre Elliger Höhe und Hohle Gasse. Die Weite der Landschaft und die nur punktuelle Besiedelung des Rheintals noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigt ein anonymer Stich aus der Zeit um 1820 sehr plastisch. Der Blick vom Ennert über das Rheintal,- im Süden bis zum Drachenfels, am rechten Bildrand die Godesburg -, zeigt südlich von der Godesburg an den Hang geschmiegt das kleine Muffendorf. Selbst auf diesem Stich ist noch eine Straße, die von der Muffendorfer Anhöhe in die Rheinebene sich zieht, deutlich zu erkennen (Riemer, Abb. S. 50). Leider kann der Stich hier nicht wiedergegeben werden, da die Bildqualität nicht ausreicht.

Karte Tranchot - von Müffling, 1803-1820 (Ausschnitt): Das Wegenetz rund um Muffendorf
Abb. 9: Karte Tranchot - von Müffling, 1803-1820 (Ausschnitt); das Wegenetz rund um Muffendorf
Alter Hohlweg vom Heiderhof nach Muffendorf, genannt die 'Steinrütsch' (2001)
Abb. 10: Alter Hohlweg vom Heiderhof nach Muffendorf, genannt die 'Steinrütsch' (2001)

Auf der sehr schön gezeichneten Karte der Preußischen Uraufnahme von 1846 (Nr. 5308) sind an einigen Stellen des vermuteten Verlaufes dieser mittelalterlichen Straße noch Reste von Hohlwegen kenntlich gemacht, die auf eine sehr lange Nutzung dieser Wege schließen lassen. Solche Kartierung findet sich am Weg von Arzdorf nach Holzem, an einer großen Wegekreuzung norwestlich von Gimmersdorf in Richtung Liessem und Muffendorf, westlich von Liessem in Richtung Muffendorf. Die heutige Hohle Gasse und Elliger Höhe sind dann im weiteren Verlauf ebenfalls als alte Hohlwege gekennzeichnet. So sind anhand der Hohlwege alte Straßenverläufe und auch Straßennetze bis heute zu erkennen.

Und nicht nur dies: Bis heute kann man auf Wirtschaftswegen diesem Straßenverlauf weit gehend folgen, das mag erklären, warum es nur wenige luftbildarchäologische Befunde von Straßen im Gelände gibt, denn wenn die rezenten Wege auf alten Trassen verlaufen, sind keine luftbildarchäologischen Spuren im Gelände abzulesen. Auch einige Funde, die auf Wüstungen mittelalterlicher Siedlungen auf der Liessemer Höhe und bei Holzem (Am Eselspfad) schließen lassen, die nahe an unserer vermuteten Straße liegen, sprechen für diesen Verlauf der Straße. Sie stellt eine kurze Verbindung zwischen Eckendorf und Muffendorf her, ohne allzu große Höhenunterschiede überwinden zu müssen, sie umgeht Bachläufe und bietet gute Orientierungsmöglichkeiten (freie Blickachsen auf das Siebengebirge) in einer Zeit, die ohne Beschilderungen oder detaillierte Karten auskommen musste. Auch die große Zahl der im Gebiet von Villip, Adendorf und Fritzdorf vorzufindenden Wüstungen, die im Mittelalter bewirtschaftete Höfe oder kleine Dörfer waren, macht eine Verkehrsanbindung durch eine öffentliche Straße in der fränkischen Zeit wahrscheinlich (Janssen, S. 49). Erstaunlich deutlich ist der Verlauf der alten Straße aus dem Ländchen über Muffendorf nach Rüngsdorf zur alten Römerstraße zu erkennen auf dem Rhein-Panoramaplan von Delleskamp (1848/50), der die wichtigsten Verkehrsbeziehungen aus der Vogelschau sehr präzise darstellt.

Die verwaltungstechnische Infrastruktur zur Zeit der Karolinger wies bereits alle Anzeichen einer auf Fiskaleinnahmen aufbauenden Herrschaft auf. Die Zollvorschriften geben ein lebhaftes Bild von Handel und Wandel, daher waren Straßen und Wasserwege, hier vor allem Maas und Rhein, bedeutend (Adam 1996). Die Forschungen von Andreas Schmickler zu den Altstraßen zwischen Ahr und Düren machen deutlich, dass es ein recht dichtes Netz von Straßen in unserem Gebiet gegeben hat. Über die Luftbildarchäologie ist es Schmickler gelungen, einige dieser Straßen darzustellen, ohne allerdings immer den gesamten Verlauf klären zu können, da manche Streckenabschnittte durch Landwirtschaft und moderne Bautätigkeit zu stark verändert wurden. Aber die große Anzahl der Straßen macht deutlich, dass unser Gebiet bereits im Mittelalter gut erschlossen war.

Bereits 1136 war das Bonner Cassius-Stift nachweislich in Muffendorf begütert, wie Wiedemann berichtet (s. 33). Die nächste bekannte Urkunde betrifft die Kommende Muffendorf und ist im Jahre 1254 ausgestellt worden. Urkundlich belegt sind eine ganze Reihe von Stiftungen für die Ramersdorfer Kommende im 13. Jahrhundert. Die für Muffendorf bedeutsame Stiftung vollzog sich 1254. In diesem Jahr übertrug Abt Gottfried von Siegburg der Kommende (Ramersdorf) zu Händen des Bruders Werner abteiliche Lehnsgüter in Birgel und Muffendorf, die bis dahin in der Hand des Ritters „Theoderich von Muffendorf“ gewesen waren (Düsseldorf, Hauptstaatsarchiv, Abt. Siegburg, Nr. 97 (A).) Damit steht auch fest, dass in Muffendorf ein Rittersitz bestanden haben muss, möglicherweise eine Burg, von der später noch die Rede sein wird. Am 22.11.1256 erwarb die Abtei Heisterbach einen Hof in Muffendorf (Wiedemann, S. 104).

Blick auf den Küchentrakt der Kommende (um 1960)
Abb. 11: Blick auf den Küchentrakt der Kommende (um 1960)

In einer Urkunde vom 5. Juni 1281 werden erstmals ein Verwalter und mehrere Brüder in der Kommende Muffendorf erwähnt, so dass sicher ist, dass die Kommende Muffendorf zwischen 1254 und 1281 etabliert worden sein muss (Köln, Historisches Archiv der Stadt , St. Katharinen, Nr. 1/94). Die ersten Komture von Muffendorf waren Heinrich (1284), Bruno (vor 1301), Nikolaus von Mayen (1303), Hartung (1327/33), Arnold von Lülsdorf (1371-73) (NRKB, S. 423).

Um das Jahr 1270 ist ein Vogt zu Muffendorf nachgewiesen, der drei Söhne hatte: Embrico, Adolfus, Theodoricus, welche sich auf einen Rechtsstreit mit dem Kloster Mariengraden zu Köln eingelassen hatten. Der Rechtsstreit endete in einem Vergleich, die Söhne des Vogtes wurden ausbezahlt (Köln, Hist. Archiv der Stadt, Best. 251 Mariengraden, U1/20, Verlust am 3.3.2009). Der Bezug Muffendorfs zu Mariengraden könnte gegeben gewesen sein über die bereits oben erwähnte Richeza, Enkelin der Theophanu und Tocher des Pfalzgraf Ezzo von Lothringen. Sowohl über die Ottonen wie auch über die Karolinger (Ezzonen) besaß Richeza eine nicht zu überschätzende Bedeutung für das Rheinland. Mit ihrer Bautätigkeit in Brauweiler setzte sie Zeichen und wurde von Erzbischof Anno u.a. mit dem Besitz von Gütern in Muffendorf für ihre Güter in Saalfeld und Coburg abgefunden. Sie fand ihr Grab zunächst in Mariengraden zu Köln, wohin auch ihr Nachlass ging, später (nach 1817) wurden ihre sterblichen Überreste in den Kölner Dom überführt. Die Eltern Richezas residierten in der Zeit um 1000 auf der Tomburg bei Rheinbach-Wormersdorf, die Stammsitz der Ezzonen und eine wichtige Befestigung an der Aachen-Frankfurter Heerstraße war. Von der Tomburg aus wurden die wichtigen Straßen des Mittelalters in der Region überwacht.

Seit 1342 besaß die Deutschordenskommende Muffendorf ein Haus in Bonn in der Straßburger Gasse, wohin die Wirtschaftsgüter eingelagert wurden bevor sie in den Handel gelangten (NRKB, S. 423). Der Weinbau in Muffendorf und den benachbarten Dörfern spielte eine wichtige Rolle. Eine Urkunde von St. Katharinen zu Köln, dem Sitz des Deutschen Ordens dort, überliefert einen Vergleich zwischen dem Ehepaar Strugilberg und der Muffendorfer Kommende wegen der Pacht von Weingärten zu Lannesdorf vom 30.11.1349 (Köln, Historisches Archiv der Stadt , St. Katharinen, Best. 234, Nr. U 2/339).

(Exkurs zu den bekannten Seuchenzügen: 1349 war auch das Jahr der ersten Pestwelle, die über Bonn und das Umland hinweg zog. Spezielle Nachrichten hierzu aus Muffendorf liegen nicht vor. Ebenso wenig ist etwas bekannt über die Folgen der Pestwellen von 1451 und 1666.)

Wenige Jahre später, am 7.12.1355, wird beurkundet, dass Johann von Xanctis, Vogt zu Muffendorf, und seine Frau der Kommende drei Morgen Ackerland in Muffendorf verkaufen (Köln, Historisches Archiv der Stadt , St. Katharinen, Best. 234, Nr. U 2/357). Für das Jahr 1356 ist für Muffendorf ein zinspflichtiges Kelterhaus nachgewiesen, das dem Kölner Kloster St. Klara geschenkt wird (Köln, Hist. Archiv der Stadt, Best. 235, St. Klara, U1/59, Verlust am 3.3.2009). Die Schwestern von St. Klara (1306 geweiht) entstammten dem Adel, Hochadel und dem Kölner Patriziat. Es war eines der renommiertesten Frauenklöster in Köln und erhielt zahlreiche Zustiftungen, so auch das erwähnte Muffendorfer Kelterhaus.

Im Jahr 1362 (am 13. September) erhielt die Deutschordenskommende in Muffendorf Weingüter zu Ramersdorf. Die Erträge dieser Weingüter dienten der finanziellen Ausstattung der Kommende Muffendorf und bildeten einen wesentlichen Baustein für den Fernhandel, den der Deutsche Orden von Koblenz aus mit Hilfe seiner Rheinflotte, die aus fünf Schiffen bestand, betrieb (Kat. DO, S. 18, 110). Was den Zehnten aus der Landwirtschaft in Muffendorf anging, so hatte der Kölner Erzbischof in einem bekannten Fall das letzte Wort: Eine Zehntpflichtige namens Gertrud hatte im März 1365 aus ihren 60 Morgen Ackerland, Weinbergen und Wald, gelegen zwischen Muffendorf und Lannesdorf, ihren Zins abzuführen. Aber die Frau weigerte sich, die Steuern zur Pfarre nach Mehlem zu geben. Erzbischof Engelbert (III. von der Mark, 1363 –1369) schlichtete den Streit, in dem er den Johann von Oppenheim, Vikar am Dreikönigsaltar zu Bonn, ermächtigte, den Zehnten als Geschenk für den Dreikönigenaltar im Bonner Münster anzunehmen (Köln, Hist. Archiv der Stadt, Best. 210, U 1/ 12311). Diese Urkunde aus dem Domstift beleuchtet möglicherweise die Auseinandersetzungen zwischen Muffendorf und Mehlem, von denen in späteren Jahren immer wieder die Rede ist. Offensichtlich war die Muffendorferin Gertrud der Meinung, dass der Zehnte jedenfalls nicht nach Mehlem gehörte.

Der Weinbau im 14. Jahrhundert war einträglich, wie auch eine Urkunde aus St. Cäcilien in Köln (ehemals Damenstift, ab 1474 Kloster der Augustinerinnen, beherbergt es heute das Schnütgen-Museum) beweist: Am 6. Februar 1367 erhalten die Eheleute Gertrud und Hube Gobel zu Muffendorf einen Weingarten aus dem Stiftsbesitz, genannt Steinwingert, zur Erbpacht. Als Sicherheit für diesen Weingarten müssen sie ihr Haus auf der Kreuzgasse (heute Am Gässchen, früher Kreuzstrasse, mundartlich Krüzzejässche) einsetzen. (Köln, Historisch Archiv der Stadt, Best. 207, AS 115). Damit gehört die Straße „Am Gässchen“ zu den ältesten Straßen des Dorfes.

Im Jahre 1385 scheint der oben erwähnte Streit zwischen Muffendorf und Mehlem eskaliert zu sein. Ein Gerichtsurteil vom 28. Juni 1385 verpflichtet den Pfarrer von Mehlem und Muffendorf, zukünftig auch in Muffendorf sein Pfarramt zu versehen. Denn Muffendorf habe eine eigene Kapelle mit Taufstein, Glocken, Kelch, Büchern und Zierrat, und der Pfarrer sei verpflichtet, auch hier seines Amtes zu walten (Köln, Hist. Archiv der Stadt, Best. 210 Domstift, U3/, Verlust 3.3.2009).

Der Wohlstand im mittelalterlichen Muffendorf gründete sich auf einer erfolgreichen Landwirtschaft, insbesondere der Muffendorfer Wein muss von recht guter Qualität gewesen sein. Wiedemann erwähnt eine Weinrechnung aus dem Jahre 1397, wonach für zwei Fuder (je 1000 L.) Muffendorfer Weines insgesamt 31 Gulden (Rheinische und Ungarische G.) gezahlt wurden. Geht man davon aus, dass der Goldanteil dieser beiden Gulden um 1397 in etwa gleich hoch gewesen ist, nämlich 3,35 g Feingold, so wäre der Preis für 2000 Liter Muffendorfer Weines insgesamt beim Goldwert Stand Juli 2010 (1g Feingold: 33,00 Euro) umzurechnen in 3.427,05 Euro (1 Liter = 1,71 Eur.). Zum Vergleich: derzeit (Juli 2010) bezahlt man für das Fuder 2009er Riesling an der Mosel 700 Euro, das wären ca. 6,33 Rheinische/Ungarische Gulden beim heutigen Goldpreis als Äquivalent.

Die nächste Urkunde stammt aus dem 15. Jahrhundert:1417 ist auch das Allerheiligenspital zu Köln in Muffendorf begütert (Köln, Hist. Archiv der Stadt, HUA, Teil 3, U3/8813).

Eine Urkunde vom 15.6.1458 informiert darüber, dass der Deutsche Orden durch den 13jährigen Krieg in Preußen in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Der Hof zu Muffendorf (wohl die Kommende) sollte für 3.160 Goldgulden an das Marienforster Kloster verkauf werden. Die Urkunde gab genauen Aufschluss darüber, welche Liegenschaften zum Hof gehörten, insgesamt handelte es sich um 345 Morgen Ackerland, 200 Morgen Wald und erhebliche Pacht- und Zinseinkünfte (Kat. Der Deutsche Orden, S. 23). Allerdings ist es nicht zum Verkauf gekommen. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln (Köln, Historisches Archiv der Stadt , St. Katharinen, Best. 234, Nr. U 3/681).

Einige Jahre später, am 6.5.1486, tritt Muffendorf wieder urkundlich in Erscheinung: erwähnt wird eine Auseinandersetzung zwischen Verwandten, in die auch der Komtur des Deutschordenshauses zu Muffendorf involviert ist (Köln, Historisches Archiv der Stadt , St. Katharinen, Best. 234, Nr. U 1/766). Schon 1496, am 18. Juli, wird der „Hof zu Muffendorf“ (gemeint ist wohl die Kommende), an Gottschalk Kempen verpachtet (Köln, Historisches Archiv der Stadt , St. Katharinen, Best. 234, Nr. U 1/785).

Auch scheint gegen Ende des 15. Jhdts. der Waldfrevel ein Problem gewesen zu sein. Das Gericht zu St. Cassius in Bonn fällt ein Urteil gegen den Probst Theoderich Roerich zu Muffendorf zugunsten des Klosters Maria im Kapitol zu Köln, dem es offenbar gelungen war, das Gericht von seinen Holzrechten am Kottenforst zu überzeugen (Köln, Hist. Archiv der Stadt, Best. 247 Maria im Kapitol, U2/147a, Verlust am 3.3.2009).

Es bestanden also schon im Mittelalter vielfältige enge Verbindungen nach Köln, dessen Klöster und Stifte Haus- und Grundbesitz in Muffendorf hatten, und nach Aachen, wo das Marienstift vom "Neunten" profitierte.

Aber auch das Bonner Cassius-Stift, das an Gütern reichste Stift in Kurköln, unterhielt einen Hof in Muffendorf, der noch bis ins 19. Jhdt. bestanden hat. Zu den letzten Pächtern des Hofes gehörte der Ur-, Ur-Großvater des Malers Peter Schwingen, Johannes Schwingen. Die Familie Schwingen blieb Pächter des Hofes wahrscheinlich bis 1782.

Es bleibt festzuhalten, dass die bedeutendsten rheinischen Stifte des Mittelalters Liegenschaften in Muffendorf besaßen: das Marienstift zu Aachen und St. Cassius zu Bonn. Allein dies lässt schon darauf schließen, dass Muffendorf bereits im frühen Mittelalter eine gewisse Bedeutung gehabt haben muss.


Bildnachweis: Abb. 6, 8, 11 mit freundlicher Genehmigung des Vereins für Heimatpflege und Heimatgechichte Bad Godesberg e.V.; Abb. 7, 10 Lars Bergengruen; Abb. 9 Darstellung auf Grundlage der Stadtkarte Bonn mit Genehmigung des Kataster- und Vermessungsamtes der Bundesstadt Bonn vom 31.1.01 Nr. 103/01